Das dunkle Schiff, Sherko Fatah

Inhalt/ Klappentext:

Kerim macht sich aus dem irakischen Grenzland auf die beschwerliche und gefährliche Reise nach Europa. Er war unter Gotteskrieger geraten und mit ihnen durch das Land gezogen, bevor er sich entschied, vor ihrem Weg der Gewalt zu fliehen. In Deutschland versucht Kerim ein neues Leben zu beginnen, doch die Vergangenheit lässt sich nicht abschütteln. Seine Heimat fängt ihn wieder ein, als die Gotteskrieger ihn in Deutschland aufspüren…

Meinung:

Ich muss sagen, dass ich das Buch schon vor den Anschlägen in Paris gelesen habe, vielleicht hätte ich es danach ein bisschen anders gelesen.
Grade wegen dem Wiederaufkommen des Terrors aus islamistischer Sicht ist es meiner Meinung nach wichtig sich mit diesem Thema zu beschäftigen, vor allem außerhalb der Nachrichten, da diese oft sehr einseitig sind. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich die Menschen und ihre Taten nicht verurteile, denn das tue ich, aber ich finde es immer wichtig auch die Hintergründe zu kennen und die Sicht der Menschen hinter den Anschlägen irgendwie versuchen zu erfassen, verstehen ist da aus meiner Sicht ziemlich unmöglich.
In Sherko Fatahs Buch ist sehr schön aufgezeigt, wie ein junger Mann, der in seiner Kindheit durch seine Eltern nicht religiös geprägt war und dem Religion auch keine Rolle spielte ausgerechnet unter die Gotteskrieger gerät und Anschläge mit ausführt. Des Weiteren wird sehr gut dargestellt, wie die Gotteskrieger sich finanzieren, ihre Leute an Bord holen und überzeugen, dass sie die richtige Meinung vertreten. Ich muss zugeben, dass manche Argumente teilweise sinnvoll sind, wir sind vom Konsum geprägt und vielen Menschen ist heutzutage ein volles Konto wichtiger als ein volles Haus. Trotzdem ist die Konsequenz, die die Gotteskrieger daraus ziehen, natürlich alles andere als richtig, genau das weiß auch Kerim und ergreift irgendwann die Gelegenheit abzuhauen. Weil er Zuhause bei seiner Familie nicht sicher ist flieht er nach Deutschland, währenddessen werden unter anderen die gefährliche Reise aber auch die Schwierigkeit unter wahren Angaben Asyl zu erlangen erklärt, was uns „Deutschen“ natürlich auch ein bisschen den Spiegel vor Augen hält.
Zum Schluss wird deutlich, dass es selbst im Ausland schwer ist aus den Fängen der Gotteskrieger zu geraten, da diese überall ihre Männer haben und Kerim sogar auf das ein oder andere bekannte Gesicht trifft.
Alles in allem ist dieses Buch super geschrieben, durch die erst spät kommende rückblickende Auflösung mancher Elemente der Geschichte wird die Spannung eigentlich immer größer, man fragt sich immer wieder, wie er es geschafft hat abzuhauen, ob er nicht zwischendurch Gefallen an den Gotteskriegern gefunden hatte und, und, und… Ich kann es euch nur weiterempfehlen, vor allem wenn ihr ein bisschen „spielerisch“ hinter den Terror gucken wollt.

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