Die geliehene Schuld, Claire Winter
Buch,  Rezension

Die geliehene Schuld, Claire Winter

Titel: Die geliehene Schuld

Autorin: Claire Winter

Genre: Historischer Roman

Verlag: Diana

Seiten: 564

Die geliehene Schuld, Claire Winter

Der Klappentext von „Die geliehene Schuld“:

1949 blicken vier junge Menschen aus Deutschland einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen. Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los: Sowohl für Vera und Jonathan als auch für Marie und Lina werden die Folgen des Zweiten Weltkrieges zu einer ungeahnten Gefahr.

Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, einer Sekretärin im Stab Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

Meine Meinung:

Schon der Prolog war ziemlich packend und das hat sich meiner Meinung nach durch das komplette Buch durchgezogen. Die 564 Seiten waren voller Spannung, voller Unglauben zu lesen und haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Die geliehene Schuld“ ist mein zweites Buch von Claire Winter und auch hier kann ich nur sagen, dass es bestimmt nicht mein letztes war.

Die Protagonistin dieses Buches ist Vera, eine Frau, die stark vom Krieg gezeichnet ist. Sie hat nicht nur ihre Eltern verloren, sondern auch ihren Ehemann. Die einzige Konstante in ihrem Leben ist Jonathan, ihr Jugendfreund, den sie schon seit Jahren kennt. Jonathan hat sie damals aus der Hand der Russen gerettet, denen sie zum Opfer gefallen ist und hat sie nach dem Tod ihrer Familie wieder aufgebaut. Doch plötzlich ist auch Jonathan gestorben. Angeblich durch einen Autounfall.

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Vera kann dies nicht auf sich beruhen lassen und versucht herauszubekommen, weshalb Jonathan gestorben ist. Neben Veras und Jonathans Geschichte wird auch die Geschichte von Marie erzählt. Marie kommt ursprünglich auch aus Berlin ist jedoch in den letzten Kriegsjahren mit ihrer Mutter und ihren beiden Brüdern nach Köln umgesiedelt. Dort lernt sie Jonathan kennen, den Journalisten aus Berlin. Diese Beziehung stößt die ganze Geschichte eigentlich erst an. Ohne dieses Aufeinandertreffen würde Marie sich vermutlich niemals Gedanken darüber machen, was die Rolle ihres Vaters im Krieg gewesen ist.

Denn genau das ist der Knackpunkt an der Geschichte: die Frage der Schuld. Wer ist Schuld an den Gräueltaten der Nazis? Wie wird versucht diese zu vertuschen? Genau das hat Claire Winter in eine packende Geschichte mit sympathischen Charakteren gepackt. Es ist kein anklagendes: ihr seid alle Schuld Buch. Im Buch blicken die Protagonisten hinter die Vorhänge, sie loten die Schuldfrage für sich selbst aus. Sie hadern mit sich und sie riskieren ihr Leben für die Wahrheit.

Das Fazit:

Claire Winter hat es mal wieder geschafft einen Roman über einen Krieg zu schreiben, der zwar in der Nachkriegszeit situiert ist, aber nicht das typische Muster eines solchen Romans zeigt. Der Roman ist packend, die Charaktere sind sympathisch und nahbar. Die Geschichte ist nicht nur tragisch und schlimm sondern zeitweise auch schön. Es ist einfach ein sehr guter Mix, der das Buch so toll macht!

Besonders erwähnenswert finde ich noch, dass das Buch zwar nicht komplett auf der Wahrheit beruht, allerdings einige Fakten aufgreift, die mich sehr überrascht haben.

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