Die verbotene Zeit, Claire Winter
Buch,  Rezension

Die verbotene Zeit, Claire Winter

Rezensionsexemplar

Die verbotene Zeit, Claire Winter

Titel: Die verbotene Zeit

Autorin: Claire Winter

Seiten: 573

Genre: History

Verlag: Diana

Der Klappentext:

Tiefe Freundschaft und leidenschaftliche Liebe in einer gnadenlosen Zeit

London 1975: Nach einem schweren Autounfall sind Carlas Erinnerungen wie ausgelöscht, und sie setzt alles daran, die verlorene Zeit zu rekonstruieren. Der Journalist David Grant behauptet, sie sei auf der Suche nach ihrer Schwester gewesen, die vor sechzehn Jahren spurlos an der Küste von Cornwall verschwand. Doch kann sie ihm vertrauen? Und was verbergen ihre Eltern vor ihr? Die Wahrheit führt Carla weit zurück in die Vergangenheit, in der Berlin der Dreißigerjahre, zu einer ungewöhnlichen Freundschaft und einer verbotenen Liebe, aber auch zu einer schrecklichen Schuld…

 

Meine Meinung:

Unsere Geschichte fängt mit einem Prolog an, dieser spielt 1959 in Cornwall. Ein junges Mädchen stürmt aus dem Haus ihrer Eltern und trifft auf einen seltsamen Mann. Sechzehn Jahre später erfährt die jüngere Schwester des Mädchens, wieso ihre Schwester aus dem Haus stürmte und niemals wieder kam. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Carla nicht nur von David Grant, dem Anti-Nazireporter schlechthin, begleitet, sondern auch von uns. Wir als Leser bekommen allerdings immer wieder Informationen eingestreut, die Carla und David nicht haben.

Unsere Geschichte spielt nämlich auch in den Dreißigerjahren in Berlin, einer Stadt, die nach dem einen Krieg direkt auf den nächsten zusteuert. In Berlin lernen wir Dora kennen, Carlas Mutter, und ihre beste Freundin Edith. Dora und Edith kommen eigentlich aus verschiedenen Schichten. Als Tochter eines Hausmädchens wohnt Dora im Haus der Theußenbergs. Die Theußenbergs sind wohlhabende Leute, die in ihren Ansichten allerdings ziemlich modern sind und die Freundschaft zwischen ihrer Tochter Edith und Dora mehr als großzügig unterstützen.

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Während Carla mehr und mehr dahinter kommt, dass ihr Mann und auch ihr Vater nicht ganz ehrlich sind bezüglich der Zeit, die nach dem Unfall aus ihrem Gedächtnis gelöscht wurde, werden wir weiter in das Leben in Berlin eingeführt. Unter anderem auch in die schleichende Machtergreifung Hitlers. Wie die Leute ihn und seine Partei unterschätzt haben und dann irgendwann ohnmächtig gegenüber dem neuen Weg Deutschlands waren. Wie Freunde, Bekannte und auch Familie unserer beiden besten Freundinnen mit Hitler sympathisierten. Wir werden aber auch Zeugen, wie durch den Widerstand gegen Hitler Liebe gefunden wird. Und das sogar gleich zwei Mal.

“Plötzlich fühlte Carla sich unwohl, als hätte sie etwas entdeckt, das nicht für ihre Augen bestimmt war.”

S. 136

Carla merkt mehr und mehr, dass ihre Eltern ihr etwas verheimlichen. Über ihre Vergangenheit in Deutschland haben sie nie viel geredet, früher hat sie sich jedoch nichts dabei gedacht, wer redet schon gerne über den Krieg? Weil sie von ihren Eltern keine Hilfe erwarten kann und vor allem keine Antworten, reist Carla nach Berlin und macht sich dort auf die Suche nach der Antwort.

Als geübter Leser vermutet man das ein oder andere eventuell schon. Ich will das hier jetzt aber nicht vorwegnehmen. Aber auch trotz mancher Vermutungen muss ich sagen, dass mich das Buch ganz schön gepackt hat und auch ein oder zwei Mal in die Irre geführt hat. Die Personen sind unfassbar stark gezeichnet. Sie reißen den Leser mit und lassen ihn nicht so schnell wieder los.

Ich weiß nicht, ob das vielleicht auch ein wenig am Thema liegt, aber das Buch ist stark. Es zeigt die Geschichte zweier Frauen in der Zeit vor und im Zweiten Weltkrieg. Wie sie mit der Situation umgehen, was sie für Opfer aufbringen. Es zeigt eine Freundschaft, die auf eine harte Probe gestellt wird und eine Liebe, die auf eine noch härtere Probe gestellt wird.

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Es zeigt aber auch, wie bedingungslos Liebe sein kann und selbst das schlimmste Schicksal überdauern kann.

Fazit:

Lest das Buch bitte. Ich fand es wirklich richtig stark und kann es nur jedem ans Herz legen. Allzu schwache Nerven sollte man vielleicht nicht haben, manche Szenen sind schon ziemlich hart. Aber ohne dies würde das Gefühl auch nicht rüberkommen.

 

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